Es muss ein Ende haben

Ich habe den Punkt im Leben erreicht, an den es ein Ende haben muss.
Ich habe geschrien.
Ich habe gekämpft.
Ich habe gehofft.
Ich habe gelitten.
Ich habe es versucht.

Aber immer wieder zerfällt alles zu Asche.
Meine Dämonen werden immer lauter und versuchen den Rest von mir zu verschlingen.

Dieses Mal werde ich nicht mehr gegen sie ankämpfen.

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Traumata ohne Erinnenrung

Ich weiß, dass ich schon ewig nicht mehr geschrieben habe.
Der Text wurde auch bereits vor Tagen geschrieben und doch habe ich mich nicht getraut ihn zu veröffentlichen. Denn nach so langer Zeit? Lohn es sich überhaupt noch was zu veröffentlichen? In meinen Gedanken jedoch habe ich unzählige Texte formuliert, unzählige Bilder gemacht und unzählige Gedichte geschrieben.
Aber um ehrlich zu sein, hatte ich die Ruhe nicht dazu. Denn seit dem ich wieder letztes Jahr mit meiner Therapie vorsetzen durfte, passiert in mir so viel.
Ich komme selber nicht hinter her.
Etwas was immer deutlicher wird ist, dass definitiv nicht nur eine traumatische Erfahrung mein Leben begleitet. Ich habe mich schon lange damit abgefunden,
dass viele kleine Traumatas mein Leben zieren. Aber jetzt steht fest, dass sie um einiges gewaltiger sind, als ich vorerst wahr haben wollte. Seit nun knapp über 12 Jahren bin ich in permanenter Psychologischer- und Psychiatrischerbehandlung. Unzählige Kliniken, Therapeuten, Psychiater, Betreuer, Ökotrophologen und Menschen bin ich begegnet. Aber bis heute, habe ich kaum Kindheitserinnerungen. Brocken setzen sich zusammen ohne jegliches Zeitgefühl. Es gibt Fotos aus dieser Zeit, aber ich habe das Gefühl, dass ich nicht dabei gewesen bin. Ich stelle mir so viele Fragen und jede Frage mehr, lässt mich an mir zweifeln. Ist da vielleicht doch nichts gewesen und ich stelle mich nur an? Ich meine, einige Dinge kann ich mir erklären, habe ich mit der Therapie rausgefunden, aber wieder andere werden zu immer größeren Fragen. Es ist da etwas, wozu ich keinen Zugang finde. Die jetzige Therapeutin arbeitet nicht aufdeckend und meint auch, dass es womöglich in meiner Situation besser sei. Denn es gibt einen Grund warum mein Gehirn sich nicht erinnern kann und will. Es kann passieren, dass mein Körper oder auch meine Seele mit diesen Wissen nicht leben könnte und dieses deshalb ein Schutz ist für mich weiter zu überleben. Schon früh habe ich im Kleinkindalter angefangen zu dissoziieren und Wahnvorstellungen zu haben. Mein Kinderarzt meinte, dass liege am Wachstum der Augen, aber ich weiß schon lange, dass dieses gewiss nicht der Fall war.
Dissoziationen sind ein Zustand der Spaltung.
Unser Gehirn funktioniert assoziiert. Sprich genau das Gegenteil. Es ist einen Zustand, in dem das Bewusstsein nicht mehr in der Lage ist, die Informationen von außen und von innen sinnvoll in Einklang zu bringen. Es wird zu einen psychischer Bewältigungsmechanismus, der dazu dient, unerträgliche Gefühle, Körperempfinden,
Erinnerungen, Wahrnehmungsinhalte abzuspalten, um auf diese Weise eine Situation erträglich zu machen. Die Aufspaltung der Persönlichkeit ermöglicht das Überleben in solch ausweglosen Lebensverhältnissen. Es ist keine Entscheidung, sondern geschieht unwillkürlich und ist nicht steuerbar. Man flüchtet regelrecht.
Diesen Zustand habe ich heute auch teils immer noch. Jedoch, ist es heute oft nicht mehr angebracht. Das Gehirn kann die Zusammenhänge nicht überein bringen und es ist in den Moment nicht klar, dass es sich nur um eine Erinnerung handelt, die bereits abgeschlossen ist und von diesen Moment keine Bedrohung mehr ausgeht. Jedoch kann ich mich ja nicht mal an die Situation/ Erinnerung erinnern. Und das zerfrisst einen. Gerade, wenn man immer wieder scheitert. Ich kämpfe um jeden Tag. Immer wieder wird gesagt, man muss es aufarbeiten, was geschehen ist. Aber wie soll ich etwas aufarbeiten, was nicht war und anderes woran ich mich nicht erinnern kann? Ich kann mich kaum anfassen lassen. Früher habe ich Sex hauptsächlich als Kompensation benutzt, sprich als schädliches Verhalten. Da will ich jetzt auch gar nicht näher drauf eingehen. Und jetzt? Sobald ein Kuss intensiver wird, sobald ich berührt werde läuft ein Automatismus in mir ab. Entweder ich lasse es über mich ergehen, was kontraproduktiv wäre und flüchte in die Dissoziation. Oder ich habe die Kraft es abzubrechen, breche zusammen, bekomme Panik, Ekel mich vor mir, vor der anderen Person und selbst wenn dann kein schnelles Stopp passiert, bin ich schon in den Dissoziationen gefangen. Es ist ein Fluch.
Dabei wünsche ich mir so sehr Nähe und doch ist sie Gift für mich.

Und so bleibt mir nichts anderes übrig, als weiter in der Therapie mitzuarbeiten. Auf der einen Seite zu hoffen, dass ich es herausfinden werde was damals geschah und doch auf der anderen Seite froh zu sein, wenn ich es niemals heraus finden werde.

Folgeerscheinung der Zerstörung

Nach 2 Monaten auf Krücken und 4 Monaten mit Ohrthese bin ich jetzt wieder mal ohne „Anhängsel“ unterwegs. Die Frage nur wie lange noch. Inzwischen ist mein anderes Knie angeschwollen und schmerzt, dass jeder Schritt wieder weh tut. Wenn ich jetzt auf der Seite auch wieder eine Ohrthese bekomme und auf Krücken laufen muss, dann wünscht sich niemand in meiner Nähe zu sein. Die Ursache für den gerissenen Knochen mit Flüssigkeitseinlagerung konnte 100% nicht gefunden werden. Die Vermutung liegt darin, dass die gesamten Mineralien in den Knochen, durch das extreme hungern aufgebraucht waren und daher gerissen sind.
Ob mich das schockiert? Nein, denn warum auch?
Ein Mensch, der über 11 Jahre hinweg alles tut um sich selber zu vernichten wird irgendwann die Konsequenzen spüren müssen. Auch ich und das sind nicht die ersten. Meine Fingernägel verliere ich teilweise komplett immer noch und die Schwellungen an der rechten Hand sind die letzten Jahre auch nicht zurück gegangen. Wenn ich nicht meine Kräftigungsübungen für die Knie und Beine mache, werde ich in ein paar Jahren Arthrose haben. Alles Folgeerscheinungen der extremen chronischen Essstörung und Vernichtung meiner selbst. Wie es inzwischen in meinen Organen aussieht will ich besser gar nicht wissen.
Ich fühle mich wie eine 80 Jährige Dame, die ihr Leben bereits hinter sich hat. Psychisch wie auch physisch. Jetzt denken viele womöglich noch, was meckert die denn. Sie ist hübsch, jung und ihr steht das Leben noch bevor, dass heilt alles wieder. Diese Personen wissen nicht, was es heißt sich selber zerstören zu müssen um überleben zu können. Wie es ist, wenn der Körper irgendwann für die Laster der Seele zahlen muss. Und um etwas klar zu stellen, ja der Körper ist ein Wunder und regeneriert sich mit der Zeit, aber manchmal ist zu viel kaputt gegangen um es heilen zu können. Die Realität ist nicht angenehm und manchmal dein größter Feind.

Ich bin inzwischen an der Grenze zu Osteoporose und wenn ich noch einmal in der extreme in die Essstörung zurückfallen sollte, kann ich die nächsten Jahre im Rollstuhl verbringen.
Ob mich das schockiert oder ich Angst davor habe?+
Nein, denn man glaubt ja immer bis zum letzten Moment, dass all dieses einen selbst nie passieren wird. Doch dann ist es irgendwann zu spät und so war es in diesen Momenten auch. Mein Körper ist inzwischen auf mehren Arten gezeichnet, innen wie außen. Rückgängig kann man nichts machen, aber lernen damit zu leben.
Ich wollte nie leben und habe nie drum gebeten. Aber irgendetwas in mir will den Kampf nicht aufgeben, ansonsten hätte ich es schon lange erfolgreich ins Grab geschafft. Ich wünsche mir nur einen Tag ohne psychische und physische Schmerzen. Einen Tag laufen können ohne nach 100 m zu humpeln. Sitzen und liegen können ohne nach 10 Minuten vor Rückenschmerzen aufstehen zu müssen. Mich berühren lassen an der Hand, ohne beim kleinsten Kontakt zusammen zu zucken. Nicht permanent blaue und dicke Hände, wie Füße haben. Meine Nägel lackieren können und nicht nur auf der darunterliegender Haut malen zu müssen. Von den seelischen und organischen Zuständen fang ich besser gar nicht an zu sprechen.

Ich weiß gerade nicht mal warum ich das hier schreibe. Aber wenn ich nur einen Menschen damit erreichen konnte war es das wert. Es war nicht mein bester, nicht mein schlechtester aber ein notwendiger Text. Der Körper recht sich irgendwann, auch bei dir!
Bitte holt euch rechtzeitig Hilfe. Macht euch vorher bewusst, was ihr euch und eurem Körper da antut. Ich habe mich und meinen Körper nie geschätzt. Ich hasse ihn immer noch, aber wir haben nur diesen einen und müssen damit bis zum Ende (über)-leben.

Zielgewicht und der Fall danach

Es ist mal wieder viel passiert, naja wann passiert es denn mal nicht viel in meinen Leben. Worte können diesem niemals gerecht werden, aber hier mal ein kleiner Auszug von der momentanen Situation.

Ich habe inzwischen das vereinbarte Zielgewicht, für den Start der Therapie, naja eher ich hatte es. Natürlich habe ich sofort, aus Schock wieder angefangen die Essensmengen zu reduzieren. 2Kg waren sofort wieder runter. Jetzt ist es ein reines auf und ab. Der Zwang lässt mich immer noch jeden Tag mich auf die Waage steigen. Das ist das Fatalste was ich machen kann und doch kann ich es nicht lassen. Die Kontrolle zu verlieren ist einer meiner größten Ängste. Die Kontrolle gibt mir Sicherheit. Ich bin mir selbst so 8nberechenbar gegenüber und so habe ich wenigstens etwas unter Kontrolle. Bis zum 15.09. habe ich noch Zeit, dass Gewicht wieder zu erlangen. Ob ich es schaffe oder nicht weiß ich nicht, einerseits denke ich klar und anderseits ich will es gar nicht mehr. Es wird mehr in der Therapie auf mich zu kommen, als mir wohl lieb ist. Es geht an Traumaverarbeitung. Ich weiß, ich bin stabil genug um es nun anzugehen, aber es macht mir Angst. Was ist, wenn ich es doch nicht schaffe und wieder falle? Dann werde ich nicht mehr aufstehen, dass habe ich mir geschworen.
Durch die momentane Situation wird es auch nicht besser. Mein Knie ist geschient und Krücken werden noch für lange Zeit mein Begleiter sein. Als Essgestörte mit Bewegungsdrang und ehemaliger Leistungssportler ist es das schlimmste was passieren kann. Der Sport hat mir in letzter Zeit viel gegeben und mich vor anderen Kompensationsmechanismen bewahrt. Das bekommen auch die Menschen um mich herum zu spüren. Die Stimmungsschwankungen rauben mir all meine Kraft. Ich versuche sie nur runter zu schlucken und niemanden damit zu belasten, aber am Ende des Tages platzt es doch aus mir raus und Tränen fließen. Mir ist alles nur noch zu viel, bin von jeder Berührung genervt und eigentlich kann man nur alles falsche machen in meiner Gegenwart.Wie kann es nur eine Person an meiner Seite aushalten? Ich werde ja schon komplett Wahnsinnig, wenn sie meine Stimmung um die 50-100 mal am Tag ändert. Unberechenbar und unvorhergesehen. Und nein, dieses Ausmaß ist alles andere als „normal“. Da brauch ich auch keine Schlauen Sprüche wie, „Jeder hat Stimmungsschwankungen“ oder „lies einfach mal ein Buch und mach Atemübungen“. Ich könnte mich jedesmal wieder über diese angeblichen Besserwisser aufregen, die nicht damit Leben müssen, aber doch alles besser wissen. Sie würden es nicht mal 5min. In meinen Körper aushalten und flehend vor mir knien, nur um dieses nicht noch mal erleben zu müssen. Ich lebe mein Leben lang schon damit, bekomme Medikamente dagegen, aber diese unterstützen die Stabilisierung nur und werden mich nie heilen können. Zudem bin ich wieder in eine schwere depressive Episode gefallen. Das Ziel, welches ich über ein Jahr versucht habe zu erreichen ist so gut wie erreicht. Was ist jetzt? Es fühlt sich an, als wenn sich eine Klappe unter mir geöffnet hat und alles was mich noch hielt ist auf einmal nichts als Luft. Wozu kämpfe ich denn jetzt noch? Ich habe keine realistischen Ziele mehr, es scheint alles so weit entfernt sinnlos. Suizidgedanken haben mich lange nicht mehr so intensiv begleitet. Ich weiß, dass ich sie momentan nicht umsetzen werde, aber sie sind da. Je mehr ich versuche gegen sie an zu gehen, desto mehr brennen sie sich in meinen Kopf. Beherrschen mich und verlangen Befriedigung. Es ist wie essen ohne Nahrung aufzunehmen zu können. Der Hunger bleibt. Doch gleichzeitig hält mich der Gedanke auch am Leben, denn ich weiß, dass ich diesen Schritt immer noch tun kann.

Alles was mir momentan wohl mal wieder bleibt ist es auszuhalten, durchhalten und weiter zu atmen.

Die Essstörung akzeptieren

Es ist an sich nichts neues und doch tut es immer wieder weh, es sich selber bewusst zu machen und allmählich an den Punkt zu kommen es auch spüren zu können und müssen.

Es ist ein Jahr, dass ich angefangen habe wieder zu zunehmen und mich erneut auf den Weg der Konfrontation befinde. Denn nur bei einen BMI von 16,5 bekomme ich die Chance auf eine ambulante Therapie. Über 12 Kilo habe ich schon zugenommen. Fester Essensplan, feste Essenszeiten, kontrollierte Bewegung, kein ausschlafen, keine Ausnahmen, keine Gnade. Ich tat alles um nicht erneut in die Klinik zu müssen, denn dort werde ich nur mehr getriggert, als das es mir hilft. Doch es ist schwerer als ich dachte und ich hatte bisher nie alleine geschafft. Die letzten 4 Kilo ziehen sich unnötig hin. Ja, es liegt an mir. Aber ich weiß nicht, wie sich das manche immer vorstellen mit „du musst doch einfach essen.“ „Ich kann 3 Kilo in einer Woche zunehmen, dass doch ganz einfach.“Für diese Menschen mag es sein, aber wissen diese womit ich bereits seit über 10 Jahren kämpfe. Es ist kein „nur“ oder „einfach“ essen. Kauen und schlucken kann ich, dass weiß ich selber. Es ist mein Kopf, der die eine eigentlich so schöne Sache zu einen der schrecklichsten Sachen in meinen Leben gemacht hat. Manchmal würde ich mir wünschen ich hätte „nur“ eine Essstörung und könnte mich darauf konzentrieren. (Und ich will hier nichts verharmlosen oder es weniger schlimm machen, aber man kann es sich ja nicht aussuchen.) Langsam befinde ich mich in dem Bereich, in dem mein Kopf wieder anfängt klare Gedanken fassen zu können und mein Körper sich „erholt“. Ich hatte vergessen, wie schlimm es sein kann so wenig zu vermeiden und dadurch wieder alles noch extremer wird. Gefühlen ausgeliefert, Stimmungsschwankungen von Hölle bis Himmel in nicht mal einem Wimpernschlag. Tage lang in Leere ertränkt zu werden und immer weiter kämpfen, weiter essen, mehr essen. Die Zahlen auf der Waage steigen sehen und immer wieder der Verlockung widerstehen müssen etwas wegzulassen. Der Hass steigt, dem Ekel jedem Tag im Spiegel begegnen müssen. Ich vermeide es komplett mich überhaupt auszuschauen. Ich sehe keine Person, ich sehe ein Ungeheuer. Etwas was ich verabscheue und vernichten muss. Etwas, was ich versuche bereits mein ganzes Leben lang zu zerstören. Die anderen Stimmen meinen sich auch wieder einmischen zu müssen. Egal welche Kompensation, sie werden alle so verlockend, wie für jemanden ein Glas Wasser, der seit 12 Stunden nichts getrunken hat. Selbst wenn er weiß, das sich darin Gift befindet, es ist diese Verlockung, dass etwas auch nur für kurze Zeit befriedigt. Doch ihnen muss ich widerstehen, wohlgemerkt alleine und mit dem bereits erlernten. In den letzten Jahren, habe ich viel über mich gelernt und das aller erste mal für mich selbst gekämpft. Es war meine letzte Chance, meine aller letzte. Sonst hätte ich meine eigene Grabrede schreiben können.
Ich werde diesen Teil der Essstörung für immer in mir haben, sie ist inzwischen chronisch. So sehr ich ihn auch verbannen möchte. Es geht nicht mehr um Heilung, sondern um Akzeptanz und das Leben mit der Magersucht so lebenswert wie möglich zu machen. Die Essstörungen hat mir eine Möglichkeit gegeben mich auf kurze Sicht am Leben zu erhalten, aber auf lange Sicht wird sie es mir nehmen. Man sagt, bei jemand, der seit zehn Jahren magersüchtig ist, besteht ein Risiko von zehn Prozent, dass sie oder er daran stirbt. Auf lange Sicht ist Organversagen die häufigste Todesursache. Ich habe schon lange keine Angst mehr davon. Aber die Langzeitfolgen trage ich schon heute mit mir rum. Einiges mag sich vielleicht noch regenerieren irgendwann, aber lange nicht alles. Der Körper vergisst nie.
Je stärker ich sie versuche zu bekämpfen, desto stärker werden die Dialoge zwischen ihr und der gesunden Stimme in meinen Kopf. Die einzige Möglichkeit die habe, ist ihr auch eine daseins- Berechtigung zu geben. Ich muss endlich lernen mit ihr an meiner Seite zu Leben ohne andauert wieder in einen lebensbedrohlich abzurutschen. Doch dies bedeutet auch immer in Stück seiner (geglaubten) Identität loslassen zu müssen. Es Stück der Extreme zu verlieren.

Der Grad ist schmal, der Seiltanz geht weiter.
Ein Kampf fürs Leben gegen mich selbst und meinen Körper.

Das Monster, die innere Leere…

Ich fühle nichts mehr.
Es ist alles wie versteinert und doch so instabil,
dass ich mich nicht halten kann.
Sie ist wieder da.
Das schlimmste aller Gefühle und doch kein Gefühl.
Die Leere.
Ein Nichts.
Nichts ist hinterhältiger als sie.
Unberechenbar und Gierig.
Keine Gnade.
Alles egal…

Ich muss mich seit vielen Jahren damit abfinden, dass diese Leere mich durch mein Leben begleitet. Vor der Therapie dachte ich, dass sei ein „normaler“ Zustand. Denn ich kannte jahrelang nichts anderes. Durch Selbstschädigendes Verhalten konnte ich sie für einen kleinen Moment beenden.
Doch die Momente wurden kürzer und Methoden grausamer.
Alles, jeder Schmerz ist besser, als diese Leere, die dich auffrisst.
Und dennoch ist sie ein Schutz, der vor Gefühlen schützt, mit denen man in den Moment nicht umgehen kann. Denn wenn man von Geburt an gelernt hat, dass da niemand ist, der einen auffängt oder das gibt, was man benötigt, lernt man irgendwann sich selbst zu schützen, durch Leere.
Es ist ein Teufelskreis.
Und dieser Teufelskreis hat mich erneut im Griff.
Seit Wochen habe keinen Zugang mehr zu mir.
Wollte es zu erst nicht wahr haben, aber es ist der Punkt, an dem mir meine Fähigkeiten nicht mehr weiterhelfen und ich den Punkt nicht finden kann, an den ich an meine Gefühle komme. Versuche mich an meine Grenzen zu treiben ohne groß Selbstschädigend zu werden, doch ich bleibe leer. Nur eine Hülle meiner Selbst, die durch die Straßen wandelt und weiter funktioniert. Egal ob etwas gutes oder schlechtes passiert, es bleibt alles leer, nichts regt sich in mir. Nur mein rationaler Verstand sagt mir, wie es hätte eigentlich sein sollen. Ohne ihn würde ich komplett den Bezug zur Realität und mir verlieren. Aber so froh ich bin ihn zu haben, genauso beschissen ist es ihn zu besitzen. Denn sonst hätte ich „einfach“ gehandelt ohne anderweitig drüber nachzudenken was danach wäre. Es wäre egal und ich hätte für einen kurzen Moment meinen Frieden.

Die Sehnsucht nach dem Schmerz wächst.
Ich war lange nicht mehr so nah an dem Gedanken dran,
mir einfach die Klinge in die Arme zu rammen.
Das „unbewusste“ Selbstverletzen häuft sich und lange kann ich das auch nicht mehr als „ausersehen“ rechtfertigen.
Ich will die brennenden Schnitte spüren.
Die Leere aus mir raus laufen sehen.
Sehen, wie sie über meinen Körper fließt und Abfluss verschwindet.
Will wieder irgendwas spüren.
Das Gefühl des Lebens, des Hier Seins.
Anwesend.
Atmend.
Vorhanden sein.
Lebendig.
Lieber fühle ich extrem und mit extremen Stimmungsschwankungen,
als zusehen zu müssen, wie die Leere mich von innen zerfrisst und zu einen Monster werden lässt.

Doch alles was auch heute wieder bliebt, ist nur eine leere Hülle…

Ihr wollt es doch eh nicht hören…

Sie fragen immer wieder…
Wie viel hast du heute schon gegessen?
Was hast du gegessen?
Wie viel hast du schon zugenommen?
Wie viel wiegst du jetzt?
Was war dein niedrigstes Gewicht?
Kotzt du auch?
Du hast es doch schon so oft geschafft, hast du denn immer noch Angst?

Was erwarten diese Menschen, was ich darauf antworte?
Die Wahrheit?
Die wollen sie doch sowie so nicht hören, geschweige denn,
dass sie diese überhaupt nur ansatzweise verstehen könnten.
Und auf besserwisserische Ratschläge von Menschen,
die meinen Kampf und meine Geschichte nicht kennen, kann ich gut verzichten.
Alles was sie sehen sind die Symptome, das zu- und abnehmen, die Stimmungsschwankungen und Bestrafungen. Aber was wirklich dahinter steckt, kann keiner erahnen.

Alles was mir bleibt, sind nur Lügen…
Es ist alles eine halbe Wahrheit.
Ja, ich esse, aber nicht genug.
Ja, ich nehme zu, aber auch wieder ab.
Nein, ich kann es nicht aushalten wie jedes Gramm meinen Körper erschwert.
Ich fürchte mich vor jeder Zahl.
Es ist alles eine verdammte Lüge.
Eine Lüge, die zum Alltag wurde.
Ich bin nicht in Ordnung, nichts wird jemals in Ordnung sein.
Ich verachte jeden Blick in den Spiegel.
Ich denke jeden Tag wieder ans hungern.
Essen oder nicht essen bestimmt meinen Tag.
Ich hasse diesen Körper.
Ich hasse diese Stimmen.
Und doch beherrschen sie mich.

Es ist mehr als nur zunehmen oder essen.
Es ist ein Kampf zwischen Zerstörung und Heilung.
Ein Begleiter, der zum Teil der Identität wurde.
Das Essen ist nicht das Problem, der Kopf ist das Problem.
Und den können und wollen die wenigsten verstehen.
Wenn ihr also nicht die Wahrheit hören oder ertragen könnt, fragt besser gar nicht erst.

Die Tage dazwischen…

Der Weg der Genesung ist gewiss kein Gradliniger.
Denn zu kämpfen, ist die schwierigste Wahl die du treffen kannst.
Eine Wahl, die du täglich bei jedem weiteren Atemzug treffen musst.
Immer und immer wieder.
Eine Wahl, die bedeutet, dass du dich für das Leben entschieden hast,
obwohl du immer noch sterben willst.
Jeden Tag merke ich immer wieder wie sehr ich diese Krankheit hasse und zugleich so sehr begehre wie nichts und niemanden anderen. Sie gibt mir Sicherheit und Kontrolle. Ich weiß wie ich mit ihr funktioniere und wie ich den Tag überleben kann. Sie hat mich den größten Teil meines Leben begleitet und mich nie verlassen. Sie wurde mein Leben. Was bleibt dann noch von mir, ohne all diese Symptome? Da fällt es schwer sich auf neues einzulassen, etwas das Unsicherheit bedeutet. Unsicherheit, die zur Sicherheit werden kann. Aber dazu musst du loslassen. Es ist aber auch ein ein sehr unglamourösen Prozess in dem du bereit sein musst, wieder zu fallen, wieder zu zerbrechen, wieder ganz unten zu sein, um dann erneut aufzustehen und es noch einmal zu versuchen. Es ist jedes mal wieder so, als wenn man von vorne anfangen muss Fahrrad fahren zu lernen.

Immer wieder spricht man über die Entwicklung der positiven Seite auf dem Weg der Genesung. Die schöne Gefühle, die man auf einmal erleben kann und vor allem darf. Man erlaubt sich wieder Dinge und entdeckt wie schön das Leben doch sein kann. Eine regelrechte Euphorie wird geboren und man will alles auf einmal nachholen, was man verpasst hat.
Und dann gibt es diese Tage, an denen die dunkle Seite sich bemerkbar macht. Negative und schmerzhafte Gefühle, die man bisher immer wieder verdrängen konnte, überfluten einen. Die Vergangenheit wird zur Gegenwart. Ein reinstes Gefühlschaos und alles was man sich erneut wünscht, ist die Kontrolle und Sicherheit in den gewohnten und dennoch so kranken Strukturen.

Aber was ist mit den vielen Tagen dazwischen. Tagen an denen man sich nicht gut, aber auch nicht richtig beschissen fühlt? Mitten auf dem Weg ist, nicht mehr so ganz krank, aber noch so fern vom Ziel. Man zeigt kein oder eher wenig „typisch“ krankhaftes Verhalten. Versucht wieder Kontakte zu Menschen zu knüpfen und doch ist es alles andere als gut. Nur weil man nicht mehr krank handelt, heißt es noch lange nicht, dass die Stimmen auch schweigen. Sie zerren mehr an dir als jemals zu vor. Es fühlt sich an, als wenn man durch tiefen Schlamm hindurch robben muss und kaum greifst du nach einer Hand, wird sie weggezogen. Die Gefühle kehren zurück. Die Stimmungsschwankungen werden wieder schlimmer, alles wird intensiver. Der Körper wird genährt und fängt mit der Zeit wieder an zu arbeiten. Die Extremen tragen dich wieder durch den Tag. Extremen, die deine Normalität sind. Für die Umgebung wirst du uninteressanter. Fängst an zu schweigen und den Kampf weiter alleine zu führen. Niemand beachtet dich mehr, wenn du das Gummiband immer wieder aufs Handgelenk zupfst, Murmeln in den Schuhen trägst oder deine Hände in Eiswasser badest. Niemand beachtet dich mehr, wenn du Ammoniak schnüffelst oder Treppen hoch und runter laufen musst. Niemand beachtet dich mehr, wie du dich von Mahlzeit zu Mahlzeit quälst und jedes Kilo Sieg und Niederlage zu gleich ist. Niemand beachtet dich mehr, wie stunden lang versuchst die Anspannung runter zu skillen, um am Ende vor der Flasche Whisky zu sitzen und dir selbst die Hände lieber abschneiden willst, damit du nicht trinkst. Niemand erkennt diese Qualen, denn es wurde zur Normalität. Es wurde zur Selbstverständlichkeit, dass du kämpfst. Kämpfst, verlierst und weite funktionierst. Aber du machst ja. Dir geht es ja nicht mehr so richtig beschissen.. Erst wenn du wieder rückfällig wirst, sind aufeinmal wieder alle Ohren und Augen da. Aber irgendwann wenden sich alle wieder von dir ab. Du spielst deine leiernde Melodie weiter. Wochen, Monate und Jahre. Doch niemand mag eine zerkratzte Schallplatte, aber eine kaputte Schallplatte erhält besorgte Blicke. Und manchmal klingen Drohungen und schmerzende Worte beruhigender, als diese ewige einsame Stille. Jedoch kämpfen musst du weiter alleine. Denn nur du selbst kannst kannst entscheiden irgendwann das Ziel und somit vielleicht die Fähigkeit zu leben zu erreichen. Der Kampf ums Leben ist kein Buffet, an dem du dir nehmen kannst was du willst und das was dir nicht schmeckt einfach liegen lassen kannst. Der einzige Weg raus ist immer weiter und mitten durch.

Ende des Jahres und nur weitere Katastrophen

Ende des Jahres und jeder versucht, egal ob er will oder nicht, noch mal das Jahr Revue passieren zu lassen. Überall wird von Vorsätzen und „nächstes Jahr wird alles besser“ gesprochen. Aber das habe ich schon lange aufgegeben. Der Blick zurück schmerzt nur. Es schmerzt zu sehen, wo ich hätte stehen können und wo ich nun stehe. Jedes Jahr sagte ich mir, dieses Jahr wird es besser, doch jedes Jahr wurde es schlimmer, auch wenn ich gedacht habe, dass es gar nicht mehr schlimmer geht. Doch was das Leben für einen bereit hält weiß man vorher nie.

Auch dieses Jahr musst ich wieder erfahren was es heißt von unten noch weiter nach unten zu fallen. Ich will es gar nicht alles erwähnen oder noch mal durchkauen müssen. Schlucken musste ich es schon, warum also wieder hochwürgen? Auch wenn ich nicht weiß wer oder was ich bin, aber eine Kuh bin ich definitiv nicht. Es reicht, dass ein Wesen dieses alles erleben und mit sich rumtragen muss. Vielleicht habe ich sogar dieses Jahr das aller erste mal angefangen für mich zu kämpfen. Ich habe fast alles verloren, stand nun dort und alles was blieb ist eine riesen Verantwortung für sich selbst. Im warsten Sinne des Wortes musste ich mich wieder einmal zwischen Leben und Tod entscheiden. Nach dem ich mich zuerst selber auf Entzug von Alkohol setzte (langsam runter dosierte) fiehl ich ohne es wirklich zu bemerken komplett in die Essstörung zurück. Sie hatte mich so fest in ihren Bann, wie seid Jahren nicht mehr. Die Kompensation durch den Alkohol wurde mir genommen, nein besser ich wollte sie mir nehmen, denn es waren nur noch Qualen. Aber was mache ich jetzt mit den ganzen Gefühlen die aufeinmal hoch kommen? Kaum konnte ich es realisieren war es zu spät. Ich konnte nicht mehr umkehren und hatte den Lebensbedrohlichen bereich schon lange überschritten. Es war mir alles egal, denn sie war nun wieder alles was ich hatte. Sie, das Biest, die Essstörung ließ mich nie alleine. Auf sie war verlass und irgendeine Aufgabe musste ich doch auch habe. Nachdem ich schon nicht eine berufliche Rehamaßnahme machen durfte und sogar zu instabil für eine Behindertenwerkstatt war hatte ich nun neben meiner Therapeutin auch meine Betreuerin veloren. Von anderen Menschen fang ich besser gar nicht erst an, es war ein Jahr der Verluste. Alle sagten, sie würden mich nicht alleine lassen, sie wären für mich da. Doch was ist, wenn schwer wird? Dann drehen sie sich um und wollen aufeinmal nichts mehr mit dir zu tun haben. Doch dieses Jahr habe ich wohl das erste mal gespürt, dass es da auch Menschen gibt die bleiben, wenn du kämpfst. Menschen, die mir gezeigt haben wie wichtig ich bin und nicht nur drüber geredet haben. Danke, an dieser Stelle einmal.

Und so auch meine Psychaiterin, die auf ihr Risiko mit mir trotz dieses Zustandes weiter macht und mich unter Kontrollen begleitet. Das war der Punkt an dem mir bewusst wurde, wenn ich jetzt nicht eine andere Richtung einschlage, dann verliere ich nicht nur sie, sondern auch die beiden Menschen die noch geblieben sind. Also fing ich an ehrlich zu mir selber zu sein. Mit der Aussicht, bei einen nicht mehr lebensbedrohlihen BMI auf eine Therapie im neuen Jahr begann ich zuzunehmen.
Und jetzt wo ich dieses schreibe, verfalle ich schon wieder in abgrundtiefen Hass gegen mich selber. Ich habe mich wieder belogen und nur rumgetrödelt. Wieder wird mir bewusst, wie viel Zeit ich verloren habe. Anstatt mit „Augen zu und durch“ habe ich mich immer wieder klein kriegen lassen und doch wieder abgenommen oder gehalten. Auch wenn 6 Kilo wieder drauf sind, fehlen imme noch 10 Kilo und es bleiben mir nur noch 2 Monate. Das schlimmste ist, ich treibe das Spielchen immer noch. So wie auch zuvor musste ich nun mit einer gaballten Ladung an aufkommenden Gefühlen und täglich plagenden Albträumrn klar kommen. Der SVV-Druck stieg, die Dissoziationen nahmen wieder große Ausmaßen an und um nicht komplett abzustürtzen macht ich es im lieber so halb, als komplett in irgendeine Richtung die Kontrolle zu verlieren. Doch auf lange Sicht werde ich nur verlieren können. Es ist das aller erste mal, dass ich es alleine mache, ohne Klinik und mit eigener Verantwortung. Und alleine ist es um einiges kraftraubener als mit anderen Menschen um einen rum, die das gleiche durch machen oder in einen geschützen Raum vor dem Außen. Aber das habe ich ja schon hundertmal erwähnt…

Zu alle dem mischt sich da Schicksal auch noch ein und nimmt mir in nur kurzer Zeit beide meine Großeltern. Der Dezember ist gezeichnet von Tod, Trauer und Abschieden.
In der Kirche, in der ich getauft wurde, musste ich mich nun verabschieden und sie gehen lassen. Ich kann es noch nicht begreifen, will es noch nicht realisieren. Auch wenn der Tod mich täglich selber begleitet und ein ständiges Thema ist, wenn andere Menschen einfach nicht mehr zurück kommen können und sie es so verdient haben zu Leben schmerzt es viel mehr, als wenn man selber gegangen wäre.

Blicke ich zurück, sehe ich ein kleines, hilfloses Mädchen in einen großen, dunken Wald, die den Weg nicht mehr findet und sich verlaufen hat. Aus Angst läuft sie immer nur im Kreis. Angst vor dem Weg zurück und umzukehren, jedoch auch Angst vor den Weg nach vore, denn wer sagt, dass dort der Ausgang ist und nich der Abgrund. Der Kreis ist ihr bekannt und vertraut. Hier ist es sicher, aber weiter wird sie nie kommen…

Ich wünsche euch trotz alledem, dass ihr einen guten
Abschluss für dieses Jahr findet und
gut in ein neues Jahr starten könnt.
Zeigt den Menschen, die ihr liebt, wie wichtig sie euch sind.
Nicht morgen oder irgendwann, sondern JETZT!
Passt auf euch auf und seid es euch selber wert.
Nicht morgen oder irgendwann, sondern JETZT!

Danke, an dieser Stelle auch einmal an jeden von euch.

Das Spiel ohne Ende

Ich will mich spüren.
Ich will wissen ob ich noch bin.
Wo sind meine Grenzen hin?
Wie weit kann ich noch gehen?
Alles nur verschwommen, leer und ohne jegliches Leben.
Noch kann ich meine Tanten bestimmen, aber wo wird mein Verstand aussetzen?
Wann wird mein Körper fremdbestimmt und voller Gier handeln?
Das Verlangen steigt mit jedem Gedanken, mit jedem Tag an dem ich kämpfe.
Kämpfen und immer kämpfen. Gegen mich und all die Stimmen, die über meinen Körper herschen wollen. Sie werden nie ruhen, der Kampf wird nie enden.
Aber will ich überhaupt noch Wiederstand leisten?
Will ich mich jede Sekunde mit mir selber im Krieg befinden und egal wie auch handeln werde, nur verlieren können. Nur um dann doch weiter zu machen? In diesem Spiel kann ich nur verlieren. Bin der Spieler, der immer wieder raus fliegt und doch immer wieder den Würfel in die Hand nimmt, um kurz vorm aufgeben noch eine sechs zu würfel. Wieder von vorne anfängt und im Spiel ist. Doch die Erschöpfung ist sichtbar, der Spieler ist gezeichnet und verwundet.
So stark ich im weiter machen bin, so schwach bin ich auch im inneren. Mit jedem stark sein tobt es mehr in mir. Ich sehne mich nach Erlösung, nach Kontrollverlust und Hingabe. Ich will sehen, wie die Anspannung aus mir hinaus läuft. Will spüren, wie die Erleichterung durch meinen Körper strömt. Ich will wieder atmen können. Ein- und ausatmen ohne, dass mir die Gefühle die Kehle zu schnüren. Ohne Angst zu haben, dass mich mein nächste Gedanken töten könnten.
Warte doch nur auf die geeignete Situation,
die es endlich rechtfertigt mich befreien zu dürfen.
Doch die Angst, die Bestrafung nicht richtig auszuführen hindert mich. Es muss eskalieren, ich muss eskalieren. Will spüren bis in die letzte Hautschicht, so krank es auch ist. Sehne mich nach dem Gedanken, dass mir alles für eine kurzen Moment egal ist und ich einfach nur handeln kann. Zerstören bis ich vor Erschöpfung zusammen breche und nur für einen kurzen Moment Frieden spüren darf.
Nur einmal neue Energie atmen. Nur einmal… doch bei diesem einen Mal wird es dann nicht bleiben. Ich darf nicht, nicht heut, nicht morgen und auch nicht irgendwann.

Das Spiel ist noch nicht zu Ende…